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Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland



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Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland
[Ostfriesland] [Niedersachsen] [Deutschland]
 
 


Notes:
Ostfriesland (Ostfriesisches Plattdeutsch: Oostfreesland) ist eine Region zwischen dem 53. und 54. Breitengrad im Nordwesten des Landes Niedersachsen und kommunalpolitisch ein Landschaftsverband.

Gebiet

Ostfriesland ist die nordwestlichste Region Deutschlands und liegt an der Nordseeküste. Im allgemeinen wird unterschieden zwischen Ostfriesland im historisch-politischen Sinne (um das es im vorliegenden Artikel geht) und dem geografischen Begriff Ostfriesland, der weiter gefasst ist.

Ostfriesland besteht aus der kreisfreien Stadt Emden sowie den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund. Diese bilden – von kleineren Grenzkorrekturen abgesehen – das Gebiet des ehemaligen Fürstentums Ostfriesland (1464 bis 1744), das später als Reegierungsbezirk Aurich (bis 1978) innerhalb Preußens und später Niedersachsens fortbestand. Die Einwohner dieses Landstriches sind die einzigen, die sich auch heute noch uneingeschränkt als Ostfriesen bezeichnen. Zudem sind die Stadt und die drei Kreise das Gebiet, das von der Ostfriesischen Landschaft, dem „Kulturparlament“ der Ostfriesen, betreut wird.

Geografisch umfasst Ostfriesland darüber hinaus den Landkreis Friesland mit Sitz in Jever, die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven sowie das Saterland. Wilhelmshaven und der Landkreis Friesland befinden sich interessanterweise östlich Ostfrieslandss. Grund für diesen – für Außenstehende verwirrenden – Umstand ist, dass die Benennung „Landkreis Friesland“ (auch „Oldenburger Friesland“ genannt) sich auf dessen nördliche Lage im ehemaligen Land Oldenburg bezieht. Ostfriesland im geografischen Sinne umfasst also den Landstrich zwischen Emden im Westen und Wilhelmshaven im Osten, zwischen den Mündungen der Ems und Jade sowie deren Mündungsbuchten Dollart und Jadebusen. Neuerdings wird für die Gesamtheit dieser Gebiete (Städte Emden uund Wilhelmshaven, Landkreise Aurich, Friesland, Leer und Wittmund) gerne die Schreibweise Ost-Friesland verwendet, um den Unterschied zum „politisch-historischen“ Ostfriesland hervorzuheben. Diese – eher „künstliche“ – Schreibweise trifft jedoch nicht in allen Städten und Kreisen der genannten Region auf uneingeschränkte Gegenliebe.

Dem Unterschied zwischen historisch-politischer und geografischer Auffassung Ostfrieslands verdankt auch die Insel Wangerooge eine „zwiespältige“ Zuordnung: Einerseits wird sie geografisch zu den Ostfriesischen Inseln gezählt. Andererseits gehört sie politisch-historisch seit Jahrhunderten zum Jeverland und damit seit 1818 zu Oldenburg, heute also zum Landkreis Friesland. Sie ist also gewissermaßen die einzige „oldenburgische“ unter den (bewohnten) Ostfriesischen Inseln.

Die Begrenzung des „geografischen“ Ostfrieslands nach Osten bildet der Raum um Oldenburg (Stadt Oldenburg, Landkreise Ammerland und Wesermarsch), nach Süden der stark katholisch geprägte cloppenburgisch-emsländische Raum (ehemaliges Niederstift Münster). Spricht man von Ostfriesland im engeren Sinne, so wird es im Osten durch den oldenburgischen Landkreis Friesland begrenzt.

Eine Sonderrolle spielt das Saterland. Es gehört zwar kulturhistorisch und sprachgeschichtlich zu Ostfriesland, kam aber aufgrund seiner isolierten Lage schon früh unter den Einfluss des Bistums Münster, während Ostfriesland dem Bistum Bremen unterstellt war. Diese Trennung aus der Zeit des Spätmittelalters wirkt sich bis in die Gegenwart hinein aus: Das Saterland gehört heute zum Landkreis Cloppenburg. Dank der Isolierung konnte das Saterfriesische als einzige Varietät der ostfriesischen Sprache bis heute überleben, während im Rest ostfriesische Dialekte der Niedersächsischen Sprache gesprochen werden (Ostfriesisches Platt).

Ostfriesen fühlen sich als Teil der friesischen Kultur – als Friesen, die in den Nationalstaaten der Niederlande, Deutschlands und Dänemarks an der Nordseeküste wohnen. Zur „Sektion Ost“ des Friesenrates gehören daher neben Ostfriesland, dem Oldenburger Friesland und dem Saterland auch die Landstriche Butjadingen (Landkreis Wesermarsch) und Land Wursten (zwischen Bremerhaven und Cuxhaven).

Eine Besonderheit Ostfrieslands ist unter anderem, dass es nicht von einer größeren Stadt geprägt ist, sondern dass sein Reiz vielmehr in der Vielfalt der zahlreichen Mittelstädte und Dörfer liegt.

Die Jahrhunderte dauernde Isolation durch die Nordsee im Norden und Moore im Süden bedingte eine sehr eigenständige Entwicklung Ostfrieslands. Deshalb gibt es noch heute einen latenten Hang zum Separatismus, der sich aber vor allem in kulturellen Belangen zeigt und politisch als ein Bemühen um den Erhalt historisch gewachsener Strukturen bzw. die Vermeidung der Verschmelzung mit außerostfriesischen Institutionen oder verwaltungstechnischen Einheiten hervortritt.

Auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet allerdings sind Kooperationen mit Städten und Kreisen außerhalb Ostfrieslands mittlerweile gang und gäbe. Die regionale Industrie- und Handelskammer etwa heißt „Industrie- und Handelskammer für Ostfrieesland und Papenburg“ und umfasst aus auch die emsländische Stadt Papenburg, da die dortigen Hafenunternehmen und die Meyer Werft aus wirtschaftsgeografischen Gründen besser dem Küstenlandstrich Ostfriesland zuzuordnen sind – historisch-politisch wäre Papenburg sonst Osnabrück zuzuordnen. Im Tourismus-Sektor wirbt das oldenburgische Ammerland inzwischen unter der Dachmarke „Ostfriesland“ – gemeinsam mit dem Oldenburgischen Friesland (Landkreis Friesland, Wilhelmshaven) und Ostfriesland. Ähnliche Kooperationen bestehen beispielsweise beim ÖPNV. Auch die so genannte Ems-Achse (Ostfriesland, Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim), die der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Gebietskörperschaften entlang der Ems dient, ist Ausdruck einer Kooperation Ostfrieslands mit den umgebenden Landkreisen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Ostfrieslands

Frühgeschichte

Nach der nur archäologisch zu erhellenden Vorgeschichte erschließt sich die Frühgeschichte Ostfrieslands teils über die Archäologie, teils über fremde z. B. römische Quellen. Die Berichte von Plinius, Tacitus und Strabon sind, obwohl ihre Aussaggen über Zahl, Verteilung und Form der Siedlungen recht allgemeiner Natur sind, insofern wichtig, als sie einmal davon Kunde geben, dass die deutsche Nordseeküste schon in der Zeit um Christi Geburt bewohnt war. Plinius berichtet von den Chauken, die unter primitiven Verhältnissen im Wattgebiet zwischen Unterelbe und Unterems lebten. In dieses Gebiet drangen wahrscheinlich während der Völkerwanderung von Osten die Sachsen und von Westen die Friesen ein und nahmen das Küstengebiet in dauernden Besitz.

Frühkarolingische Zeit

Klarer sieht man erst ab der frühkarolingischen Zeit. Damals existierte ein friesisches Großreich, das weite Teile des heutigen Westfriesland, Ostfriesland und Gebiete bis zur Weser umschloss und von Königen beherrscht wurde, deren Namen teilweise überliefert sind. Der bekannteste der Großfriesischen Könige ist wohl Radbod, um den sich viele ostfriesische Sagen und Erzählungen ranken. An vielen Orten wird er z. B. durch Straßennamen geehrt.

Unterwerfung durch Karl den Großen

Das Großfriesische Reich war aber nur von relativ kurzem Bestand und fiel dann mit der Unterwerfung des östlichen Friesland durch Karl den Großen im Jahre 785 an die Franken.

Unter Karl dem Großen wurde Ostfriesland in zwei Grafschaften geteilt. Zu dieser Zeit setzte auch die Christianisierung durch die Missionare Liudger und Willehad ein. Ostfriesland wurde dann zu einem Teil dem Bistum Bremen, zum anderen dem Bistum Münster zugeschlagen.

Mit dem Verfall des Karolingerreiches löste sich Ostfriesland aus den früheren Bindungen. Es entstand ein Verbund selbständiger, selbst verwalteter Bezirke, die jeweils jährlich als ihre Vertreter so genannte „Redjeven“ (Rechtsprecher, Ratsmänner) wählten, die sowohl die Gerichtsbarkeit ausübten als auch die Verwaltung und Organisation ihrer Bezirke regelten. So blieb der im Mittelalter in Europa verbreitete Feudalismus in Ostfriesland unbekannt. Vielmehr verstanden sich die Friesen als freie Menschen, die keiner Obrigkeit verpflichtet waren.

Alljährlich versammelten sich während dieser Zeit, der so genannten Friesischen Freiheit, die vom 12. bis ins 14. Jahrhundert währte, Abgesandte der sieben friesischen Seelande am Upstalsboom nahe Aurich, um dort Recht zu sprechen und politische Entscheidungen von überregionaler Bedeutung zu treffen.

Die Ostfriesischen Häuptlinge

Im Verlauf des 14. Jahrhunderts zerfiel die Redjeven-Verfassung zusehends und weitere Ereignisse wie z. B. der Ausbruch der Pest und große Sturmflutkatastrophen sorgten für weitere Destabilisierung der Verhältnisse. Diese Situation machten sicich dann einige einflussreiche Familien zu Nutze und schufen ein Herrschaftssystem, indem sie als „Häuptlinge“ (hovedlinge) die Macht über mehr oder weniger weite Gebiete an sich rissen. Dabei etablierten sie aber weiterhin kein Feudalsystem, wie es im übrigen Europa zu finden war, sondern eher ein Gefolgschaftssystem, das älteren Herrschaftsformen germanischer Kulturen im Norden ähnelte, indem die Bewohner der jeweiligen Machtbereiche zwar in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Häuptling standen, diesem verschiedentlich verpflichtet waren, im Übrigen aber ihre Freiheit behielten und sich auch anderweitig niederlassen konnten.

Es folgte eine Zeit, geprägt vom ständigen Streit der Häuptlingssippen um Machtbereiche, Einfluss und Vorherrschaft, die erst endete, nachdem um 1430 Edzard Cirksena sich als Anführer eines Bundes der Freiheit durchgesetzt hatte. Ulrich Cirksena, ein Angehöriger eines der letzten einflussreichen Häuptlingsgeschlechter, wurde von Kaiser Friedrich III. in den Reichsgrafenstand erhoben und wurde mit Ostfriesland als Reichsgrafschaft belehnt. Es gehörte zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.

Die Herrschaft der Grafen von Ostfriesland (Cirksena)

Unter der Herrschaft des später in den Fürstenstand erhobenen Hauses Cirksena entwickelte sich Ostfriesland gesellschaftlich und wirtschaftlich vorteilhaft. Die größte Ausdehnung erreichte die Grafschaft unter Edzard dem Großen, dem bedeutendsteen Cirksena-Herrscher, unter dessen Herrschaft auch die Ausbreitung der Reformation in Ostfriesland begann und das Ostfriesische Landrecht konzipiert wurde. In dieser Zeit (1547–1625) lebte auch Ubbo Emmius, der bedeutende ostfriesische Humanistst, Historiker und Gründungsrektor der Universität Groningen. Die Grafen konnten in Ostfriesland allerdings keine starke Adelsherrschaft wie in den anderen Staaten des Reiches durchsetzen, da die friesischen Stände ihre Freiheitsrechte weitgehend zu wahren und verteidigen wussten.

Während des Dreißigjährigen Krieges litt Ostfriesland große Not unter der Heimsuchung durch die Truppen des Grafen von Mansfeld. Die einzige Ausnahme bildete Emden, da der kurz zuvor fertig gestellte Emder Wall die Stadt vor der Einnahme durch fremde Truppen schützte.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg

Nachdem die Ordnung wieder hergestellt war, kam es zu einer unvergleichlichen Machtentfaltung der ostfriesischen Stände, die sich damit weitgehend unabhängig vom jeweiligen Landesherrn machten. Dies führte zu vielen Streitfällen aber der Versuch, die landesherrliche Macht wiederherzustellen schlug fehl. Aus der damaligen Vertretung der ostfriesischen Stände ging später die Ostfriesische Landschaft hervor, die noch heute deren Wappen führt, sich inzwischen aber von einer politischen Institution zu einer Einrichtung der Kulturpflege gewandelt hat.

Das Fürstentum Ostfriesland kam in jener Zeit unter Einfluss der Niederlande und lehnte sich politisch, kulturell und wirtschaftlich eng an diese an. De facto wurde es ein Satellit der Niederlande, die an zentralen Orten Truppen stationierten (z.B. in Leerort bei Leer).

1726/27 kam es zum so genannten Appell-Krieg, der sich in einem erneuten Konflikt zwischen dem Fürsten Georg Albrecht und einem Teil der Stände äußerte, die sich in gehorsame und renitente Stände aufspalteten. Der Fürst ging als Sieger aus diesem Konflikt hervor. Selbst die an der Spitze der renitenten Stände stehende Stadt Emden unterwarf sich. Durch das schlechte Verhandlungsgeschick des Kanzlers von Georg Albrecht, Enno Rudolph Brenneysen, kam es in der Folge jedoch nicht zu einer friedlichen Einigung der an dem Konflikt beteiligten Parteien. Obwohl Kanzler und Fürst eine strenge Bestrafung der Renitenten forderten, wurden diese 1732 vom Kaiser amnestiert. Als Fürst Georg Albrecht am 11. Juni 1734 starb, übernahm Carl Edzard im Alter von 18 Jahren die Amtsgeschäfte als letzter noch lebender Nachkomme von Georg Albrecht. Auch er konnte die Konflikte mit den Ständen nicht lösen.

Zu dieser Zeit wurden die Weichen für die Machtübernahme Preußens in Ostfriesland gestellt. Eine bedeutende Stellung hierbei nahm die Stadt Emden ein, die nach dem Appell-Krieg politisch isoliert und wirtschaftlich stark geschwächt war. Ziel musste es nun sein, Emden die Stellung als „ständische Hauptstadt“ und Handelsmetropole zurückzugeben. Ab 1740 setzte sich in Emden die Meinung durch, dass dieses Ziel mit preußischer Hilfe erreicht werden könnte. Dazu sollte ein Vertragswerk geschaffen werden, das die preußische Anwartschaft in Ostfriesland anerkannte. Die wirtschaftliche Position Emdens sollte durch vertraglich festgelegte Schutzmaßnahmen und Förderungen gestützt und die bestehenden Privilegien der Stadt bestätigt werden. Die Verhandlungen auf preußischer Seite führte der Direktorialrat im niederrheinisch-westfälischen Reichskreis, Sebastian Anton Homfeld, der am 8. November 1740 einen ersten Entwurf über die Verfahrensweise beim Eintreten des Erbfalls vorlegtte. Homfeld galt als einer der führenden Vertreter der renitenten Stände. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam es darauf aufbauend am 14. März 1744 zum Abschluss von zwei Verträgen, die zusammenfassend als Emder Konvention bezeichnet werden. Zum einen war dies die Königliche Special-Declarations- und Versicherungsakte, zu anderen die Agitations- und Konventionsakte, in der vornehmlich wirtschaftliche Regelungen getroffen wurden. Des weiteren stütze sich Preußen auf das von Kaiser Leopold I. 1694 ausgestellte Expektanz, das das Recht auf Belehnung des Fürstentums Ostfriesland für den Fall fehlender männlicher Erben sicherstellte. Trotz des Widerstands des Königreichs Hannover sollte sich Preußen im Bemühen um Ostfriesland durchsetzen. Nach dem Tode des letzten Herrschers Karl Edzard aus dem Hause Cirksena übernahm Friedrich der Große 1744 die Grafschaft Ostfriesland.

Ostfriesland unter der ersten preußischen Herrschaft

Die nun folgende Zeit preußischer Herrschaft brachte für Ostfriesland einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung, verstärkte Öffnung nach außen und vielerlei Neuerungen. In diese Zeit fällt auch der Beginn der Moorkolonisierung und die Gründung der Fehnsiedlungen. Preußen erkannte die selbständige Stellung Ostfrieslands innerhalb des preußischen Staates an und setzte einen weitgehend autonom regierenden ostfriesischen Kanzler ein. Der erste Kanzler war der oben schon genannte, äußerst einflussreiche Sebastian Anton Homfeld aus einer rheiderländischen Honoratiorenfamilie, dem Gerüchte die Vergiftung des letzten ostfriesischen Fürsten zuschreiben.

Ostfriesland als Teil des Königreiches Holland und des Kaiserreiches Frankreich

Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt wurde Ostfriesland in das Königreich Holland und damit in den französischen Machtbereich eingegliedert. 1810 kam es als Departement „Ems-Orientale“ („Osterems“) unmittelbar zum französischen Kaiserreich. Das westliche Ostfriesland (Rheiderland) wurde aufgrund alter Ansprüche aus Holland aus Ostfriesland ausgegliedert und dem holländischen Departement "Ems-Occidentale" mit der Hauptstadt Groningen zugeschlagen. Frankreich brachte moderne Rechtsvorstellungen nach Ostfriesland und unternahm die ersten bedeutenden Schritte zu einem umfassenden Umbau des alten ostfriesischen Gesellschaftssystems. Auf Anordnung Napoleons mussten die Ostfriesen 1811 die bisher unbekannten Familiennamen annehmen und ihr bisheriges kompliziertes System der patronymischen Namensvererbung aufgeben (dies setzte sich erst Mitte des 19. Jahrhunderts durch). Es wurden auch erstmals Bürgermeister in den Dörfern eingeführt. Die ostfriesischen Dorfgesellschaften kannten bis dahin keine zentrale Verwaltungsstelle, da die Verantwortung auf die Olderlinge, Deichgrafen und andere lokale Honoratioren gleichmäßig verteilt war. Außerdem wurde der Code Civil eingeführt. Es wurden zur Durchsetzung der Kontinentalsperre außerdem zahlreiche französische Zollbeamte in Ostfriesland eingesetzt (deren Nachkommen z.T. noch immer in Ostfriesland leben). Einige Ostfriesen wurden in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit durch den England-Schmuggel wohlhabend.

Ostfriesland im Königreich von Großbritannien und Hannover

Nach der Niederlage Napoleons und des Zusammenbruchs seiner Herrschaft, kam es in den Jahren 1813 bis 1815 erneut zum Einzugs Preußen in Ostfriesland. Ostfriesische Soldaten nahmen während dieser Zeit an den Schlachten von Ligny und Belle-Allianance (Waterloo) teil. Die Hoffnungen Ostfrieslands preußisch zu bleiben, wurden jedoch mit dem Wiener Kongress 1814/15 enttäuscht. Nach dem Abtreten Napoleons sollte in Wien eine neue territoriale Ordnung Europas begründet werden. Preußen erhielt einen Teil des Großherzogtums Warschau, nämlich Posen, zugesprochen. Außerdem erhielt Preußen noch Vorpommern, Westfalen und die Rheinprovinz, musste Ostfriesland jedoch an das Königreich Hannover abtreten. Federführend hierbei war England, das die Festsetzung Preußens an der Nordseeküste verhindern wollte. Dazu heißt es in Artikel 27 der Schlussakte des Wiener Kongresses: „Der König von Preußen tritt an den König von Großbritannien und Hannover das Fürstentum Ostfriesland ab unter den Bedingungen, die im Artikel 5 über die Emsschiffahrt und den Handel im Emdener Hafen gegenseitig festgelegt sind. Die Stände des Fürstentums werden ihre Rechte und Privilegien behalten.“ Die dann folgende Zeit war geprägt von Stillstand und teilweisem Rückschritt.

Ostfriesland unter der zweiten preußischen Herrschaft

In Ostfriesland stieß es allgemein auf Beifall, als ihr Land mit der Annexion des Königreiches Hannover durch Preußen 1866 wieder preußisch wurde und sich daraus tatsächlich umgehend ein Entwicklungsschub ergab. Seither setzte sich in Ostfriesland die kulturelle Verbindung mit Deutschland ("Duitsland") endgültig durch, und auch die Verwendung der deutschen Sprache in der Schule wurde endgültig üblich (in manchen Gebieten zuvor noch Holländisch und auch Ostfriesisch Platt).

Nationalsozialismus

Siehe dazu den Hauptartikel Ostfriesland zur Zeit des Nationalsozialismus.

Über die Zeit des Nationalsozialismus in Ostfriesland finden sich umfangreiche Darstellungen, die die besondere Problematik und die zum Teil sehr unterschiedlichen Reaktionen und Verhaltensweisen in der Region beleuchten. Es würde den Rahmen sprengen, das an dieser Stelle weiter ausführen zu wollen.

Zeitgeschichte

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges, in dem besonders die Stadt Emden und das preußische Wilhelmshaven unter heftigem Bombardement gelitten hat, geriet Ostfriesland unter britische Besatzung. Dabei waren auch kanadische Soldaten in Ostfriesland sttationiert. In den Niederlanden gab es Überlegungen, einige Gebiete Deutschlands zu annektieren. Dabei wurde auch Ostfriesland ins Auge gefasst. Insbesondere auf den Dollart, die Emsmündung und Borkum hatten es die Niederlande abgesehen, um Emden vom Seehandel abzuschneiden. Diese Pläne scheiterten am Widerstand der Westalliierten.

Seit 1946 ist Ostfriesland Teil des neu gegründeten Landes Niedersachsen. 1978 wurde der Regierungsbezirk Aurich, der Ostfriesland umfasste, mit den Bezirken Osnabrück und Oldenburg im Regierungsbezirk Weser-Ems zusammengefasst. Im Jahre 2004 wurden im Zuge einer Verwaltungsreform alle Regierungsbezirke und damit auch der Bezirk Weser-Ems aufgelöst. Für kulturelle Belange in Ostfriesland ist die Ostfriesische Landschaft verantwortlich.

Sprache

Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert wurde die ursprüngliche Sprache Friesisch weitgehend durch das (ostfriesische) Plattdeutsch abgelöst, das in Ostfriesland noch heute von mehr als der Hälfte der Bevölkerung aktiv gesprochen wird und sich deutlich von den restlichen Dialekten der Niedersächsischen Sprache abhebt, und zwar im Wesentlichen im Wortschatz: Wegen seiner isolierten Lage bewahrt das ostfriesische Niederdeutsch manche alten niederdeutschen Wörter wie fuul 'schmutzig', Penn '(Schreib-)Feder', quaad 'böse'; es enthält außerdem noch eine Anzahl friesischer Wörter wie Gulf 'Scheunenteil', Heff 'Wattenmeer', Jier 'Jauche' usw., und schließlich (besonders im westlichen Teil) hat es eine Reihe niederländischer Wörter aufgenommen (Bahntje 'Anstellung, Posten', Patries 'Rebhuhn', Ühr 'Stunde' usw.).

Die Ostfriesische Sprache, die in zwei Varianten - einer ems- und einer weserfriesischen Form existierte - überlebte etwas länger auf den Inseln, z. B. auf Wangerooge (Wangerooger Friesisch), und ist bis heute erhalten im nicht zu Ostfriesland gehörenden Saterland, das in früherer Zeit abgewanderten Ostfriesen als Zuflucht diente, wo sich die Sprache als Saterfriesisch (Seeltersk) wegen der Abgelegenheit der Region bis in die Gegenwart erhalten konnte und heute eine der kleinsten Sprachinseln Europas bildet.

Im Saterland gibt es seit dem Jahr 2000 zweisprachige (deutsch/saterfriesisch) Ortsschilder. Seit 2004 dürfen auch einige Gemeinden in Ostfriesland zweisprachige Schilder (deutsch/plattdeutsch) aufstellen, nämlich die Stadt Aurich (Auerk), die Gemeinde Großheide (Grootheid) und seit 2006 auch die Gemeinde Lütetsburg (Lütsbörg). In weiten Gebieten haben sich allerdings die plattdeutschen Ortsnamen auch erhalten (Beispiele: Moorhusen, Rechtsupweg), so dass keine zweisprachigen Schilder notwendig sind

Literatur

* Stefan Kröger - Das Ostfriesland-Lexikon. Ein unterhaltsames Nachschlagewerk, Isensee Verlag, Oldenburg 2006

* Ostfriesland im Schutze des Deiches. Beiträge zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des ostfriesischen Küstenlandes, hrsg. im Auftrag der Niederemsischen Deichacht, 12 Bände, Selbstverlag, Pewsum u. a. 1969

* Onno Klopp -, Geschichte Ostfrieslands, 3 Bde., Hannover 1854–1858

* Hajo van Lengen - Ostfriesland, Kultur und Landschaft, ruhrspiegel-Verlag, Essen 1978

* Hajo van Lengen (Hrsg.) - Die Friesische Freiheit des Mittelalters – Leben und Legende, Verlag Ostfriesische Landschaft 2003, ISBN 3-932206-30-4

* Franz Kurowski - Das Volk am Meer – Die dramatische Geschichte der Friesen, Türmer-Verlag 1984, ISBN 3-87829-082-9

* Karl Cramer - Die Geschichte Ostfrieslands. Ein Überblick, Isensee - Oldenburg

* Hermann Homann - Ostfriesland – Inseln, Watt und Küstenland, F. Coppenrath Verlag, Münster

* Manfred Scheuch - Historischer Atlas Deutschland, ISBN 3-8289-0358-4

* Karl-Ernst Behre / Hajo van Lengen - Ostfriesland. Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft, Aurich 1995, ISBN 3-925365-85-0

* Tielke, Martin (Hrsg.) - Biographisches Lexikon für Ostfriesland, Ostfries. Landschaftliche Verl.- u. Vertriebsges. Aurich, Bd. 1 ISBN 3-925365-75-3 (1993), Bd. 2 ISBN 3-932206-00-2 (1997), Bd. 3 ISBN 3-932206-22-3 (2001)

City/Town : Latitude: 53.314463, Longitude: 7.589805


Birth

Matches 1 to 36 of 36

   Last Name, Given Name(s)    Birth    Person ID 
1 Hissa  Date unknownOstfriesland, Niedersachsen, Deutschland I285411
2 Liure  About 1459Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I285408
3 von Barsen, Anna  About 1507Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I752780
4 von Barsen, Johann  About 1480Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I752220
5 Berens, Amoids  About 1660Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I164487
6 Bernß, Anna  About 1660Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I847112
7 Boeke, Harm Hindriks  About 1820Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I402865
8 Boeke, Matinus  About 1853Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I402866
9 Boelens, Tiaetjen  Date unknownOstfriesland, Niedersachsen, Deutschland I204966
10 Cranenborch, Wijbrandus Hiskias  About 1668Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I255379
11 Emmen, Oesebrant  About 1423Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I285410
12 Geerts, Meye  1760Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I752451
13 Gerhardus, Derk  Date unknownOstfriesland, Niedersachsen, Deutschland I227030
14 Gödeke, Conrad  About 1630Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I267121
15 Gustavus, Frans  About 1725Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I400609
16 Haats, Harm  About 1630Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I267118
17 Harms, Antje  About 1800Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I402837
18 Harrems, Geeske  About 1695Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I400605
19 ter Haseborg, Susanne  About 1740Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I402908
20 Hennij, Christiana  Approximately 1811Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I15703
21 Hensmann, Tryntje Alberts  About 1695Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I395910
22 Jans, Jacob  About 1739Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I412794
23 von Loe, Anna  About 1480Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I752487
24 Lubbers, Sweer  1794Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I6336
25 Lupkes, Theete  About 1710Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I402907
26 von Mandelsloh, Lucia Catharina  Date unknownOstfriesland, Niedersachsen, Deutschland I752783
27 von Quernheim, Hilmar  About 1507Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I752787
28 von Quernheim, Johann Hilmar  After 1507Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I752409
29 Sijwers, Roelf  About 1700Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I225178
30 Sijwerts, Eerke  Estimated in 1715Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I49257
31 Tebben, Jan  About 1680Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I301751
32 Thiel, Jurjen  1765Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I400946
33 Vrieze, Jan Hindriks  About 1706Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I675452
34 Waalkes, Jan Harms  29 December 1856Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I611697
35 Welp, Freerk Harms  1760Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I786492
36 Wiegman, Hendrik  Approximately 1803Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I40987

Died

Matches 1 to 8 of 8

   Last Name, Given Name(s)    Died    Person ID 
1 von Barsen, Anna  Date unknownOstfriesland, Niedersachsen, Deutschland I752780
2 von Barsen, Johann  Date unknownOstfriesland, Niedersachsen, Deutschland I752220
3 von Loe, Anna  Date unknownOstfriesland, Niedersachsen, Deutschland I752487
4 von Mandelsloh, Lucia Catharina  Date unknownOstfriesland, Niedersachsen, Deutschland I752783
5 von Quernheim, Hilmar  1581Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I752787
6 von Quernheim, Johann Hilmar  Date unknownOstfriesland, Niedersachsen, Deutschland I752409
7 von Werl-Arnsberg, Hermann  19 July 1092Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I823671
8 von Werl-Arnsberg, Graaf Konrad II.  19 July 1092Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I432824

Married

Matches 1 to 8 of 8

   Family    Married    Family ID 
1 Boeke / Kruger  1853Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland F157068
2 Florens / Harrems  21 November 1728Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland F156104
3 Franssen / Sybolts  Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland F17810
4 Gustavus / Timmer  1750Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland F156107
5 Heddes / Dercks  1698Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland F90087
6 Kruger / Niemann  1890Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland F157092
7 Kuiper / Berends  19 May 1793Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland F105607
8 Sijpeltjen / Nieuwveen  November 1699Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland F293803

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